Entwicklungsprojekte: die Zukunft der Volksschule
Heterogenität und Qualifikationsdruck
Die Volksschulen von Basel-Stadt sehen sich mit umfassenden neuen Anforderungen konfrontiert, die grosse Anpassungsleistungen erfordern. Die Zahl der jungen Menschen, die ihre Schulkarriere mit einer höheren Ausbildung und einem anerkannten Abschluss beenden wollen, hat sich vervielfacht. Wer sich in der globalisierten Lebens- und Arbeitswelt mit ihrer beschleunigten Entwicklung behaupten will, muss qualifiziert sein und seinen Wissensstand laufend aktualisieren können.
Gleichzeitig ist die Ausgangssituation der Schülerinnen und Schüler bezogen auf ihr Können und ihre soziale und sprachlich-kulturelle Herkunft unterschiedlicher als je. Diese Ausgangssituation stellt die Lehrpersonen vor grosse Herausforderungen. Sie müssen ihren Unterricht individuell gestalten und bedürfnisgerecht differenzieren.
Die doppelte Herausforderung von Qualifikationsdruck und Heterogenität der Klassen stellt sich in der ganzen Schweiz, besonders drastisch aber im Stadtkanton mit seinen vielen Arbeitsplätzen in grossen forschungsorientierten Exportunternehmen und mit einer hochmobilen und heterogenen Bevölkerung.
Schulinsel und Harmonisierung
Die gewachsene Mobilität und der Bildungswettbewerb der Standorte sind Triebfedern der laufenden Vereinheitlichung im Bildungswesen. Ausgerechnet in der Nordwestschweiz, in der über die geschichtlichen Grenzen der vier Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn hinaus eine gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum gewachsen ist, sind die kantonalen Schulsysteme extrem unterschiedlich organisiert. Das benachteiligt schulpflichtige Kinder von Familien, die ihren Wohnsitzkanton wechseln, erschwert die Anstellung von Schulabsolventen über die Kantonsgrenzen und behindert die Kooperation der Kantone in Schulfragen, etwa in der Lehrerausbildung oder bei der Bereitstellung der Lehrmittel.
Mit seiner Schulstruktur bildet der Kanton Basel-Stadt auf 37 Quadratkilometern eine Insel, die insbesondere mit den Systemen der Nachbarkantone inkompatibel ist. Die aktuelle Schullaufbahn hat darüber hinaus auch für sich gesehen grosse Nachteile, weil die ungünstige Gliederung der Sekundarstufe I den berufsbildenden Weg abwertet und Jugendliche, die sich darauf vorbereiten, benachteiligt.
Seit 2006 verpflichtet die Bundesverfassung die Kantone in Schulfragen zu kooperieren. Diesen Auftrag wollen die Kantone mit dem Konkordat HarmoS im Hinblick auf die obligatorische Schule und im Konkordat Sonderpädagogik im Hinblick auf die Schulung und Förderung von Kindern mit besonderem Bildungsbedarf erfüllen. Basel-Stadt ist beiden Konkordaten beigetreten. Der Grosse Rat hat sich 2010 für eine neue, harmonisierte Schullaufbahn entschieden.
>> Mehr über die Schulharmonisierung
Seiten
- Ausbau Tagesstrukturen
- Frühe Sprachförderung
- Förderung und Integration an der Volksschule
- Kommunalisierung der Primarschule
- Kulturprojekt MUS-E
- Leitungsreform an der Volksschule
- Nationale und regionale Schulharmonisierung
- Neugestaltung der Sonderpädagogik
- Passepartout: Fremdsprachen an der Volksschule
- Zwölf Entwicklungsziele für die Volksschule
