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Mittwoch 27. Oktober 2010, 19.00 bis 20.30 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Lutz Jäncke «Denn sie können nichts dafür. Warum kleine Kinder zum Lernen verurteilt sind.»

Die Veranstaltung ist Teil einer dreiteiligen Weiterbildungsreihe zum Thema frühe Bildung in Tagesheimen, Spielgruppen und Tagesfamilien. Die Reihe wird von der Fachstelle Tagesbetreuung zusammen mit dem Projekt «Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten» und der Berufsfachschule Basel organisiert. Sie ist kostenlos.

Das menschliche Gehirn hat sich im Zuge der Evolution zu einem bemerkenswerten Organ entwickelt, das insbesondere über die Fähigkeit zum Lernen verfügt. Eigentlich müsste man sogar feststellen, dass das menschliche Gehirn zum Lernen «verdammt» ist, denn der Mensch verfügt über sehr wenige genetisch festgelegte Verhaltensprogramme. 

Lernen beginnt beim Menschen äusserst früh, eigentlich bereits unmittelbar bei der Geburt und ist mit besonderen anatomischen und neurophysiologischen Anpassungsprozessen verbunden. Im Rahmen des Vortrags werden die grundlegenden Lernmechanismen und Lernschritte kleiner Kinder thematisiert und diskutiert. Hierbei wird deutlich, dass bereits kleine Kinder äusserst stark durch frühkindliche Einflüsse geformt werden. Interessant ist hierbei, dass die Umwelteinflüsse (Lernen und Erfahrung) die reifungsbedingten Hirnveränderungen modulieren. Damit werden in den frühen Jahren wichtige Grundlagen für das Denken und viele kognitive Leistungen gelegt.

Lutz Jäncke, Prof. Dr. studierte Biologie, Psychologie und Hirnforschung. Seit 2002 ist er ordentlicher Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich. Er ist Autor mehrerer Bücher zum Thema Neurowissenschaften und kognitive Psychologie. Professor Jäncke ist bekannt für seine engagierten, lebendigen und humorvollen Referate.